Offenes Lernen

Was ist „Offenes Lernen“
In einem Rahmen von mehreren Stunden bis mehreren Wochen erarbeiten die Schüler/innen möglichst selbstständig ein Thema. Die Schüler/innen bekommen für diese Phasen unterschiedliches Material zur Verfügung gestellt. Meist erhalten sie außerdem einen Arbeitsplan, der aus Pflicht,- Wahlpflicht und Wahlaufgaben besteht. Im Gegensatz zum herkömmlichen Unterricht ist hier die Lehrperson nicht Wissensvermittler, sondern Unterstützer der Schüler/innen beim selbstständigen Erarbeiten der Themen.

Die Schüler/innen teilen sich ihre Arbeitszeit und die Reihenfolge der zu erledigenden Aufgaben selbst ein – sie erarbeiten also eigenständig und eigenverantwortlich. Sie wählen selbst, ob sie alleine, partnerweise oder in Gruppen arbeiten – Teamgeist wird so automatisch gefördert.
Schnellen Schüler/innen wird ein Mehrfaches an Material angeboten, während langsamere Schüler/innen nicht ständig angetrieben werden – jeder kann also nach seinem eigenen Lerntempo arbeiten.
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Offenes Lernen am BRG 14
Seit dem Schuljahr 98/99 werden am BRG 14 meist zwei Klassen schwerpunktmäßig mit Elementen des Offenen Lernens und der Montessoripädagogik geführt.

Offenes Lernen/Montessori sollte den Schüler/innen die Möglichkeit bieten, eigenverantwortlich Wissen, soziale Kompetenz und Teamfähigkeit zu erwerben.

In unserer Schule wird Offenes Lernen in vielen Bereichen als Wiederholungssequenz eines vorbereiteten Stoffgebietes eingesetzt. Der Zeit- und organisatorische Aufwand kann individuell bemessen werden.
Ein Element des Offenen Lernens ist das Lernen in vorbereiteter Umgebung. Dies bedeutet, dass im Klassenraum den Schüler/innen verschiedenes Material zur Erarbeitung eines bestimmten Themas angeboten wird. Sie können im Rahmen diese Materialangebotes Reihenfolge und Sozialform wählen. Ein Arbeitsplan hilft, die Bedeutung, die Wichtigkeit und die Bearbeitungsmöglichkeiten der einzelnen Materialien zu erkennen. Die Möglichkeit der Selbstkontrolle ist vom Thema und von der Vielfalt des Angebots abhängig.


Lernen in vorbereiteter Umgebung ermöglicht einen Schritt in Richtung Freiarbeit, mit der in Verbindung zu einem der zentralen Elemente der Montessoripädagogik hergestellt werden kann. Freiarbeit bedeutet die Auflösung der fachbezogenen Unterrichtsstruktur. In vorbereiteter Umgebung werden den Schüler/innen Materialien für mehrere Unterrichtsgegenstände angeboten. In dieser Organisationsstruktur ist es möglich, die unterschiedlichen Entwicklungsstände der Schüler/innen zu berücksichtigen und in vorgegebenen Grenzen ihrem individuellen Entwicklungstempo Rechnung zu tragen.
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Beispiel: Deutsch-Unterricht
  • Es werden Zwei-Phasen-Schularbeiten eingesetzt. Das bedeutet, dass die Schüler/innen nach der Produktionsphase (50 min) eine Pause (10-15 Min./ oder einen Tag später) machen und dann die Schularbeit noch einmal überarbeiten können (ca. 20 Min.). Das heißt, die Arbeit wird erst nach der Überarbeitungsphase korrigiert und benotet.
    Ein Teilziel des Deutschunterrichtes besteht darin, ein Rechtschreibbewusstsein zu entwickeln, Fehler in eigenen Texten zu erkennen und selbständig zu verbessern. Das Wörterbuch sollte zum ständigen Begleiter der Schreibenden werden, denn durch Nachschlagen wird die richtige Schreibweise eingeprägt.


  • Als Übung werden manche Hausaufgaben nur im Korrekturrand angezeichnet. Die Schüler/innen müssen die Fehler selbstständig finden und im Text verbessern.
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[ Mag.a Henriette Smetschka ]