Am Anfang des Jahres durfte ich, Anna Györgypal aus der 6a, gemeinsam mit einer Mitschülerin im Rahmen von Erasmus+ einen Monat in Piacenza in der Emilia-Romagna verbringen, und zwar vom 17. Jänner bis 14. Februar 2026. Erasmus hat unseren Aufenthalt komplett finanziert und uns zusätzlich 200 Euro Taschengeld zur Verfügung gestellt, trotzdem würde ich empfehlen, mehr Geld und vor allem genug Platz im Koffer mitzunehmen, weil man in Italien wirklich gut und relativ günstig essen und natürlich auch viel shoppen gehen kann. Ich besuchte in dieser Zeit das Liceo Gioia, ein großes Gymnasium mit sprachlichen und naturwissenschaftlichen Schwerpunkten.
Meine Mitschülerin und ich lebten in zwei verschiedenen Gastfamilien. Sie kannte ihre Gastschwester bereits, weil diese schon einen Monat bei ihr in Wien gewohnt hatte, bei mir war es etwas anders. Ich habe meine Gastfamilie erst vor Ort kennengelernt, bei der ich mich sofort wohlfühlte und meinen Monat in Piacenza wirklich genießen konnte.
Die Anreise verlief unkompliziert. Wir flogen mit Austrian Airlines nach Italien und wurden am Flughafen von unseren Gastfamilien abgeholt. Schon am ersten Tag ging ich mit meiner Gastschwester Giulia ins Zentrum von Piacenza, wir hatten einen Shoppingtag und spazierten durch die schöne Altstadt mit ihren Plätzen und Geschäften. Am Abend waren wir in einem Restaurant mit vielen Freunden ihrer Eltern und deren Kindern essen; später sind Giulia, ihre Freundin Sophie und ich noch einmal alleine ins Zentrum gegangen, bevor uns die Eltern wieder abgeholt und nach Hause gebracht haben.
Der Schulalltag am Liceo Gioia war ganz anders als in Wien. Es gibt keine kurzen Pausen zwischen den Stunden, sondern nur eine etwa 20‑minütige Pause in der Mitte des Vormittags. An manchen Tagen endet die Schule schon um 13 Uhr, an anderen dauert sie bis 16 Uhr, mit einer längeren Lücke dazwischen, was den Tag ziemlich anstrengend macht. Die Fächer waren grundsätzlich vertraut, etwa Italienisch, Englisch, und Deutsch, aber die dichten Stundenpläne und der andere Rhythmus waren eine echte Umstellung.
Neben der Schule erlebte ich viele schöne Momente mit meiner Gastschwester und neuen Freunden. Wir hatten Sleepovers, unternahmen gemeinsame Shoppingtrips und feierten meinen und Giulias Geburtstag am 8. Februar zusammen, da wir am selben Tag Geburtstag haben. Ein besonderes Highlight war ein Ausflug nach Mailand, das ich als unglaublich schöne und lebendige Stadt erlebt habe. Außerdem besuchten wir Konzerte, gingen auf Partys und trafen uns regelmäßig mit Freundinnen und Freunden in Piacenza. Der öffentliche Verkehr war manchmal eine Herausforderung, weil Busse oft zu spät kamen und uns die Metro anfangs etwas Angst gemacht hat, aber wir haben uns schnell daran gewöhnt.
Mein Italienisch hat sich in diesem Monat deutlich verbessert, auch wenn es manchmal schwierig war, weil viele Italiener sehr schnell sprechen. Trotzdem konnte ich am Ende viel mehr verstehen und habe mich auch selbst mehr getraut zu reden. Besonders wichtig für mich waren die vielen neuen Kontakte und Freundschaften, die ich in dieser Zeit geknüpft habe.
Rückblickend war dieser Monat in Piacenza für mich eine unvergessliche Erfahrung. Am meisten in Erinnerung bleiben mir Mailand, das Konzert, mein Geburtstag und das Gefühl, in einer anderen Stadt und Sprache ein eigenes kleines Alltagsleben aufzubauen. Ich kann einen solchen Austausch nur weiterempfehlen und bin allen dankbar, die mir diese Reise ermöglicht haben, meiner Familie, meiner Gastfamilie, unserer Schule und dem Erasmus‑Team.
Anna Györgypal

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